Ältere Geschichte

St.Pantaleon hieß um 1200 bis 1400 Zwieselkirchen; vermutlich weil die Kirche unweit der Mündung des Moosbaches in den Erlabach erbaut wurde, oder vielleicht auch deshalb, weil die Gemeinde ungefähr dort liegt, wo die Enns in die Donau mündet. Nach 1420 wurde der Ortsname in St.Pantaleon umgeändert. St.Pantaleon soll ursprünglich eine kleine Herrschaftspfarre gewesen sein; sie stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. 1652 kamen die Häuser von Wagram, Arthof, Albing, Marksee und Pyburg von St.Valentin zu St.Pantaleon.
Das Gotteshaus steht auf dem Dorfplatz knapp an der Durchzugsstraße. Es ist ein wuchtiger Bau mit sieben Strebepfeilern, die mit Wappen geziert sind. An ein schönes, spätgotisches Presbyterium schließt sich ein Langhaus mit Sterngewölbe; durch einen tragenden Pfeiler ist die Kirche im Mittelteil zweischiffig. Der Turm ist 35 m hoch. Die alte, romanische Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde 1521 umgebaut. Erhalten blieb von der alten Kirche lediglich die Westapsis und die berühmte Krypta; dieser Bau ist in Österreich einzigartig. Er hat zwei achteckige Pfeiler und zwei Säulen aus Kalkstein mit eigenartigen Kapitellen. Auffallend sind die verschiedenen Motive bzw. Ornamente auf den Kapitellen und Kämpfern. Die Unterkirche ist dreischiffig; sie ist 4,5 m lang, 3,2 m breit und 2,5 m hoch. Über der Krypta ist eine Westapsis. Bei der Umgestaltung der Kirche wurde das Kirchenschiff gotisiert und das Presbyterium im gotischen Stil neu erbaut. Die Westapsis wurde von der Kirche abgeschlossen und der Musikchor davor errichtet. Um 1520 entstand der gotische Flügelaltar, welcher 1893 käuflich an den Besitzer der Burg Kreuzenstein kam. Hier blieb nur die lebensgroße, spätgotische Statue des hl. Pantaleon, ein Pracht- und Wertstück des Gotteshauses. Mit dem Hochaltar, den Statuen der Bauernheiligen Isidor und Leonhard und den beiden Seitenaltären wurde die Kirche neugotisch eingerichtet. Wertvoll ist auch die berühmte Krippe von Bachlechner. An den Wänden zeugen Grabsteine, dass ehemalige Schlossbesitzer im Gotteshaus begraben wurden.

Vom Schloss in St.Pantaleon, daß im vorigen Jahrhundert zu einem Drittel abgetragen wurde, ist nicht bekannt, wann es erbaut wurde. Als Besitzer sind im 14. Jahrhundert die Herren von Winter erwähnt. Es wechselte sehr oft seinen Besitzer. 1591 erwarb Ulrich von Starhemberg die Herrschaft. In einer Aufzeichnung im oberösterreichischen Landesarchiv vom Jahre 1631 ist das Schloss als Neubau erwähnt, und es werden 12 große und kleine Stuben, 20 Kammern, 2 Kucheln und 1 Backofen angeführt. Um das Schloss war ein Wassergraben, der heute noch Karpfenteich ist.

Die Schule von St.Pantaleon wird schon 1511 erwähnt. In einem Hause beim Schloss soll angeblich erster Unterricht erteilt worden sein. vor dem Neubau der Volksschule 1877/78 wurde im Mesnerhaus (neben der Kirche) unterrichtet. 1973 entstand als Zubau zur Volksschule ein moderner Turnsaal. Im Jahre 1976 Zubau von 2 Klassen und Übernahme der Volksschüler von Erla durch die Schließung dieser Schule. Heute ist die Volksschule St.Pantaleon achtklassig.

Landgasthof Winklehner